Veröffentlichungen 2006

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01.02.2006: Pressemitteilung des Paulinervereins zur Entscheidung der Baukommission vom 31.Januar 2006
Die Bürgerinitiative war an der Entscheidung der Baukommission vom 31. Januar 2006 nicht beteiligt. Der Wettbewerbsentwurf van Egeraats vom März 2004 war ein Kompromiss. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Pfeiler einer gotischen Kirche allein wegen Sichtbehinderung weggelassen werden, wenn gleich daneben ein Auditorium maximum mit 800 Plätzen mit freier Sicht entsteht. Wenn die gesprengte Universitätskirche tatsächlich ohne die drei Pfeilerpaare in der Mitte und damit auch mit einem höheren statischen Aufwand gebaut werden sollte, sind sowohl der optische Gesamteindruck als auch die Akustik erheblich gestört. Dabei ist die Debatte um die Pfeiler nur der fordergründige Ausdruck eines tieferreichenden Konflikts.
Der Siegerentwurf versprach Frieden. Diesen Weg hat die Universität verlassen.
2006_02_01 Pressemitteilung des Pauliner
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20.03.2006: Brief an Rektor Häuser zur Demontage der Installation "Paulinerkirche"
Die Installation hat die Leipziger Bürger und ihre Gäste bis zu einem hoffentlich baldigen Wiederaufbau an die Universitätskirche sichtbar erinnert. Das Verschwinden der Installation und der absichtliche Verbleib des Marx-Reliefs zeugt erneut von einem Geist, der Ihre Universität offenbar gegenwärtig noch beherrscht. Wir erinnern in diesem Zusammenhang daran, dass das Marx-Relief als Symbol für die marxistische, antichristliche Weltanschauung damals mit Absicht gerade dort angebracht wurde, wo über Jahrhunderte der Paulineraltar stand und wo es sich nun nach Ihrem Willen immer noch befindet.
2006_03_20 Brief an Rektor zum Abbau Ins
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Mai 2006: Anmerkungen zum gegenwärtigen Stand der Planungen beim Wiederaufbau der Universitätskirche St. Pauli in Leipzig
National und international ist eine Tendenz zu beobachten, die den alten Formen den Vorzug gibt, und es wird wieder rekonstruiert. (Dresden, Potsdam, Braunschweig,Frankfurt/Main). Mit dem Entwurf von 2004 hatte Eric van Egeraat eine Brücke zwischen den widerstreitenden Interessen geschlagen. Diese hat er aufgrund der Forderungen der Universität verlassen. Um künftig Konflikt zu vermeiden, sollte zumindest im Innern auf weitere Experimente verzichtet werden und eine klare Rekonstruktion erfolgen, so wie sie im Entwurf 2004 vorgesehen war.
2006_05 Architektur und Denkmalpflege.pd
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Mai 2006: Zum Stand des Wiederaufbaues der Universitätskirche – 50 000 € für die Restaurierung der Kanzel
Wenn die gesprengte Universitätskirche tatsächlich ohne die drei Pfeilerpaare in der Mitte gebaut werden sollte, sind sowohl der optische Gesamteindruck als auch die Akustik erheblich gestört. Die Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative entsprechend den satzungsgemäßen Zielen eine Rücklage von 50 000 € für die Restaurierung der Kanzel gebildet hat. Sie fordert, dass die Kanzel einen ihrer historischen Plätze im Langhaus erhält. In einem Schreiben vom 22.5.2006 hat der Paulinerverein dem Rektor der Universität Leipzig Prof. Franz Häuserdiesen Sachverhalt mitgeteilt.
2006_05 Zum Stand Planungen Architektur.
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22.05.2006: Brief an Rektor Häuser mit Angebot von 50 000 € für die Restaurierung der Kanzel
Wir können Ihnen heute verbindlich mitteilen, dass die Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative entsprechend den satzungsgemäßen Zielen eine Rücklage von 50 000 € für die Restaurierung der Kanzel gebildet hat. Selbstverständlich gehen wir davon aus, dass die Kanzel einen ihrer historischen Plätze im Langhaus erhält.
Wir erinnern in diesem Zusammenhang noch einmal daran, daß der Paulinerverein seinerzeit 5 000 DM für die Restaurierung der Böhmischen Tafel zur Verfügung gestellt hat.
2006_05_22 Brief an Rektor.pdf
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06.06.2006: Pressemitteilung zur Informationsveranstaltung am 27. Mai und zur Gedenkveranstaltung am 30. Mai
Am 27. Mai informierten Vertreter des Finanzministeriums und des Architekten in einer Veranstaltung des Paulinervereins über den Stand der Planung des Neubaus. Außer der beschlossenen Tatsache, dass im Hauptschiff drei Pfeilerpaare entfallen, konnten viele Fragen nicht beantwortet werden.
Zum Zeitpunkt der Sprengung vor 38 Jahren, am 30. Mai um 10 Uhr, versammelten sich ca. 400 Leipziger und Gäste an der Stelle, wo die Kirche einmal stand. Der Thomanerchor sang die hier uraufgeführte Motette „Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf...“. Noch einmal wurde der Forderung nach einem der Würde des Ortes entsprechenden Nachfolgebau unter großer Zustimmung der Anwesenden Nachdruck verliehen.
2006_05_30 Pressemitteilung Gedenveranst
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21.06.2006: Kommentar zu den Beiträgen in der "LVZ" und der "Bild" vom 21.06.2006 über das Relief am Haupteingang der Leipziger Universität
Der Riesenwirbel, den die Leitung der Leipziger Universität um das von Kunstexperten umstrittene und von der Bevölkerung ungeliebte Relief am Augustusplatz inszeniert, wirft für den erstaunten Beobachter eine Menge Fragen auf. Das Werk steht aber heutzutage als Ausdruck der Unterdrückung und Bevormundung der Bevölkerung der DDR und taugt eben nicht zur Aufstellung im öffentlichen Raum, es sei denn der Eigentümer bekennt sich nach wie vor zur ursprünglichen Idee des Kunstwerkes.
2006_06_21 Kommentar Wurlitzer zum Marx-
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Sommer 2006: Zum Transparent mit der Aufschrift „Leipzig ist nicht Dresden - Gott sei Dank“
Mit Blick auf den Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche hat der Studentinnenrat im
Sommer 2006 am Hauptgebäude der Universität ein Transparent mit der Aufschrift „Leipzig
ist nicht Dresden - Gott sei Dank“ angebracht.
Leipzig braucht die Universitätskirche, als Erinnerung und als Mahnung gegen jede Form von Einschränkung gedanklicher Freiheit. Leipzig ist nicht Dresden – leider Gottes.
2006 Leipzig ist nicht Dresden.pdf
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Oktober 2006: DAMNATIO MEMORIAE oder Das Auslöschen der Erinnerung
Dem Ringen um den Wiederaufbau der Leipziger Universitätskirche steht immer wieder die geistige Haltung entgegen, die 1968 zu ihrer Zerstörung führte und die an der Leipziger Universität bis heute anzutreffen ist. Sichtbar und in Worte gefaßt wurde sie vom Studentenrat, der nach dem Wiederaufbau der Frauenkirche auf einem Transparent am Ort des einstigen Altarraumes der Universitätskirche verkündete: „Leipzig ist nicht Dresden. Gott sei Dank“.
Einigen Vertretern des StudentInnenrates gehen die Änderungen (im Innenraum) nicht weit genug. Sie fordern ein interreligiöses Zentrum und wollen einem Moslem nicht zumuten, durch den Anblick von kirchlicher Architektur gestört zu werden. Auch sie berufen sich auf die Geschichte des Ortes und meinen damit den Sozialismus. Die Grausamkeiten des realen Sozialismus haben sie nicht kennengelernt und empfinden die Sprengung der Kirche wohl auch nicht als grausam.
DAMNATIO MEMORIAE.pdf
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29.9.2006: Verlust oder Wiedergewinnung einer Bachstätte
Leipzig will sich künftig vorrangig als Bachstadt präsentieren. Von den sechs hiesigen Wirkungsstätten Johann Sebastian Bachs sind vier vernichtet. Die Stadt ist gerade dabei, sich die einmalige Chance zu vergeben, wenigstens eine dieser verlorenen Bachstätten zurück zu gewinnen. Die originale Ausstattung der Universitätskirche, so wie sie Bach erlebt hat, ist unter abenteuerlichen Verhältnissen fast vollständig gerettet worden. Also läge es doch auf der Hand, das zerstörte Gebäude wieder herzustellen und den wertvollen Kunstschatz an seinen historischen Platz zu bringen.
29.09.2006 Bachstätte.Verlust oder Wiede
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Weihnachten 2006: Brief an die Freunde der Paulinerkirche
Das zu Ende gehende Jahr hat uns in dem Bemühen um eine Wiedergewinnung der Universitätskirche in würdiger Gestalt nicht voran gebracht. Mit dem Baubeschluss vom Januar wurde das Kirchenschiff entgegen dem ursprünglichen Entwurf van Egeraats um sechs Pfeiler beraubt. Die gegenwärtigen Entwürfe für den Innenraum genügen nicht dem Anspruch einer künftigen Universitätskirche als Gotteshaus, als Konzertraum und als Raum für eine möglichst originalgetreue Aufstellung der geborgenen Kunstwerke. Eine Trennung von Chor und Schiff in einen „Andachtsraum“ und eine „zuschaltbare Aula“ durch eine neu in die Planung aufgenommene, die Akustik schwer beeinträchtigende Glaswand soll gewährleisten, dass der Gesamtraum nicht als Kirche wahrgenommen wird.
2006 Weihnachten.pdf
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