Veröffentlichungen 2008

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2007 und 2008: Drei Diskussionsforen sollen Verständnis für die Ziele des Paulinervereins bringen
Auch im Jahr 2007 und 2008 bleiben die wesentlichen Fragen zur Innenraumgestaltung der Paulinerkirche offen: Eine Glaswand soll den Raum trennen, der Kanzler Nolden meint man baue eine Aula und keine Kirche, der Name Paulinerkirche ist umstritten, ob und wann die Kanzel aufgestellt wird ist offen. Unter diesen Gesichtspunkten führte der Paulinerverein drei Diskussionsforen durch, die noch einmal die Geschichte und Bedeutung der Universitätskirche beleuchten und die durch Beiträge von Fachleuten zur Versachlichung der Debatte beitragen sollen.
2007_2008 Diskussionsforen sollen Verstä
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Frühjahr 2008: Buch "Der große Wurf" von Birk Engmann
In seinem Buch bietet der Autor einen Diskurs zur Leipziger Universitätsgeschichte, Paulinerkirche und Leipziger Baukultur nach 1945. Er schildert die Auseinandersetzungen um die Wiedergevvinnung des geistig-geistlichen Zentrums der Leipziger Universität, das bis zum Universitätsjubiläum 2009 am Augustusplatz entstehen wird - das wohl strittigste Kapitel jüngerer Leipziger Stadtgeschichte und Baukultur. Dabei spielt die Frage nach einer angemessenen Erinnerung an die 1968 gesprengte Universitätskirche eine entscheidende Rolle. Mit der nötigen Distanz zum Ganzen und zugleich mit Herz und Leidenschaft gelingt dem in Leipziger Bürgervereinen zu Fragen der Geschichte und Baukultur seiner Heimatstadt aktiven Autor eine kritische, gleichwohl immer sachliche Sicht auf den »schwierigen Weg zur neuen Leipziger Universität«.
2008_Frühjahr Buch Engmann.pdf
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30.01.2008: Prof. Heinrich Magirius zur Erinnerungsarchitektur an der Stelle der Universitätskirche St. Pauli in Leipzig
Auch der Gesamtraum wird zu kulturellen, vor allem musikalischen Veranstaltungen und hin und wieder wohl auch zu Gottesdiensten genutzt werden. Jedenfalls wird er an der Westseite eine Orgel erhalten. Auch aus akustischen Gründen ist deshalb von einer Glaswand zwischen Halle und Chor abzuraten. Die hervorragend schöne Kanzel, die 1968 gerettet worden ist, muss wieder im Hallenraum aufgestellt werden. Auch das setzt die Wiederherstellung der Pfeiler voraus.
2008_01_30 Magirius.pdf
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21.02.2008: Angebot an Rektor, die Restaurierung der Kanzel mit 50 000 € zu unterstützen
Zur Realisierung des Vorhabens schlagen wir Ihnen folgende zwei möglichen Varianten vor:
- eine befristete Besitzüberlassung der Kanzel mit der Verpflichtung des Paulinervereins zu ihrer Restaurierung. Diese sollte in unserem Auftrag und unter der Fachaufsicht der Kustodie geschehen.
- die Kosten der Restaurierung im Außenverhältnis zu übernehmen mit der Verpflichtung der Universität zur Restaurierung der Kanzel
2008_02_21 Brief an Rektor zur Kanzel.pd
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21.02.2008: Paulinerverein zur Debatte um das Marx-Monument
Bei der gegenwärtigen Debatte um die Wiederaufstellung des Marx-Monuments wird vergessen, dass die Plastik genau an der Stelle platziert wurde, wo vor der Sprengung der Universitätskirche der Altar gestanden hatte.
Die Bürger dieser Stadt haben 45 Jahre lang unfreiwillig Marxismus-Leninismus studieren und leben müssen. Sie haben eine Wiederaufstellung des Denkmals mehrheitlich und eindeutig abgelehnt.
2008_02_21 Presseerklärung zum Marx-Monu
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26.02.2008: Positionspapier zur Wiedergewinnung der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig
Die gegenwärtig in Planung befindliche Ausstattung des Innenraumes mit z.T. hängenden Lichtsäulen und einer Trennwand ist aus denkmalpflegerischen, ästhetischen und aus wirtschaftlichen Gründen abzulehnen. Die vorgesehene Lösung stellt eine unverantwortbare finanzielle Belastung sowohl in der Herstellung als vor allem auch in der Unterhaltung dar. Die Kosten für eine annähernd denkmalsgerechte Wiederherstellung des Innenraumes einer teilrekonstruierten Universitätskirche und Aula wären bedeutend geringer.
2008_02_26 Positionspapier.pdf
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07.03.2008: Namensvorschlag "Paulinum" wäre unhistorische Klitterung
Der Paulinerverein begrüßt es zwar, dass die Leitung der Leipziger Universität die Bezeichnung "Paulinum" für einen neuen Kirchen- und Aulabau ausdrücklich zur öffentlichen Debatte stellt, statt sie einseitig zu dekretieren. In der Sache allerdings wäre die Bezeichnung "Paulinum" für das Kirchen- und Aulagebäude am Augustusplatz eine unhistorische Klitterung. Der Name "Paulinum" ist bereits historisch besetzt. Weder der Name für das neue geistige Zentrum der Universität noch seine geistlichweltliche Funktion müssen dazu neuerfunden werden.
2008_03_07 Paulinum unhistorische Klitte
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31.03.2008: Pressemitteilung des Paulinervereins - Universitätsleitung verweigert Restaurierung der wertvollen Barockkanzel
Der Paulinerverein hat der Universität Leipzig seit 2005 mehrfach einen Betrag von 50.000 € zur Restaurierung der wertvollen aus der Universitätskirche geretteten Barockkanzel angeboten. Der Rektor lehnt das erneute Angebot des Paulinervereins mit der Begründung ab, die Kanzel sei nicht in der „kurzfristigen Prioritätensetzung des Kunstkonzepts“ enthalten, sondern als „langfristige Aufgabe“ eingestuft. Woher, fragt man sich, nehmen die meist zugereisten Entscheidungsträger eigentlich das Recht, darüber zu befinden, ob eine Kanzel, die Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Max Reger schon kannten, auf der einst Friedensnobelpreisträger Nathan Söderblom und der erste sächsische Landesbischof Ludwig Heinrich Ihmels Gottes Wort verkündeten, von der später Dedo Müller, Ernst Sommerlath, Siegfried Schmutzler, Pater Gordian und viele andere gegen den DDR-Zeitgeist predigten, aufgestellt wird oder in Einzelteile zerlegt im Magazin liegen bleibt?
2008_03_31 Pressemitteilung zur Kanzel.p
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22.05.2008: Brief an Bundeskanzlerin Dr. Merkel
Auf alle bisher vorgetragenen Sachargumente hat die Leipziger Universitätsleitung ablehnend reagiert und hält u. a. daran fest, dass Altarraum und Kirchenschiff durch eine Wand aus Stahl/Glas getrennt werden sollen; die Restaurierung und Aufstellung der historischen Kanzel ist noch nicht einmal geplant, obwohl sie im Siegerentwurf van Egeraats enthalten war.
2008_05_22 Brief an Merkel.pdf
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30.05.2008: Faltblatt mit Briefen an den Paulinerverein
Aus Briefen von Altbischof Dr. Dr. h. c. W. Krusche, Altbischof Dr. Dr. h. c. Johannes Hempel, Gewandhauskapellmeister a. D. Prof. Herbert Blomstedt, Georg-Büchner-Preisträger Reiner Kunze, Theologe Prof. Dr. Fulbert Steffensky und anderen.
2008_05_30 Aus Briefen an den Paulinerve
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19.06.2008: Brief an Ministerpräsident Stanislaw Tillich
Wir bitten Sie dringend, bei den nächsten Baubeschlüssen die vorgetragenen Überlegungen und Argumente zu berücksichtigen.
Das bedeutet insbesondere, dass die Innengestaltung sich an das Vorbild des verlorenen Vorgängerbaus hält - wie es der Siegerentwurf van Egeraats vorsah - und in baulicher und funktionaler Einheit als Kirche und Aula dienen kann.
2008_06_19 Brief an Tillich.pdf
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25.06.2008: Spendenaufruf für die Grabstelle Schmid
Auf Initiative der Abteilung Friedhöfe der Stadt Leipzig und gemeinsam mit dem Paulinerverein soll die Anonymität der Ruhestätte des Chirurgen Daniel Schmid aufgehoben werden und ein Grabstein darauf errichtet werden. Nur zwei Grabstellen (von einigen hundert) wurden im Rahmen besonderer, streng geheimer Aktionen durch eine ordnungsgemäße Wiederbestattung erstellt: die GrabsteIle des Dichters und Gelehrten Christian Fürchtegott GelIert) und die Grabstelle der Familie des Wundarztes und Chirurgen Daniel Schmid.
2008_06_25 Spendenaufruf Grabstelle Schm
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25.06.2008: Text für das Grabmahl Chirurg Schmid
Text für die Beschriftung der linken Schriftplatte:
Die Bergung der Verstorbenen aus der Gruft des Kreuzganges der Universitätskirche St. Pauli fand am 24. Mai 1968 kurz vor der Zerstörung des historischen Bauwerkes statt. Am 1. August 1968 fanden sie hier ihre letzte Ruhestätte.
Sie ist die einzige, die an die zahlreichen Persönlichkeiten erinnert, die in der Kirche begraben waren.
2008_06_25 Grabstelle Schmid.pdf
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30.09.2008: Offener Brief von Leipzigern an Rektor Häuser
Eine Doppelnutzung des Gesamtraumes als Gottesdienststätte und als Aula ist historisch begründet und war über Jahrhunderte lang nicht strittig. Eine aufwendige Trennung in einen sakralen und einen weltlichen Teil wird von vielen Leipziger Bürgerinnen und Bürgern abgelehnt.
Initiatoren: Achim Achminow, Dr. Christoph von Berg, Stephan Bickhardt, Prof. Georg-Christoph Biller, Rainer Fornahl, Prof. Dr. Rüdiger Lux, Prof. Dr. Martin Oldiges, Prof. Dr. Martin Petzold, Walter Christian Steinbach, Dr. Ulrich Stötzner, Hermann Winkler, Christian Wolff.
2008_09_30 Offener Brief an Rektor Häuse
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02.10.2008: OB Jung an Paulinerverein zur Glaswand
Ich kann hier nur meine Worte aus der Rede zum 40. Jahrestag der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 30.05.2008 wiederholen: Die geistige und geistliche Spiritualität dieses Ortes wird von den Menschen bestimmt werden, die sich seiner annehmen. Geschieht dies - und hier bin ich guter Dinge - wird keine Glaswand dieser Welt den guten Geist verhindern, den dieser Ort ausstrahlt.
2008_10_02 OB Jung zur Glaswand.pdf
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14.10.2008: Regionales Aktionsbündnis „Universitätskirche St. Pauli“ hat sich konstituiert
Heute hat sich das Regionale Aktionsbündnis, das sich gegen die Installation einer Glaswand in der neuen Universitätskirche St. Pauli wendet, gegründet. An der konstituierenden Beratung nahmen der Vorsitzende des Paulinervereins Dr. Ulrich Stötzner, der Leiter der Volkshochschule Rolf Sprink, Pfarrer Christian Wolff, die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR Regina Schild sowie Walter Christian Steinbach teil. Weiterhin gehören dem Aktionsbündnis der Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig Prof. Dr. Rainer Eckert und Superintendent Martin Henker an.
2008_10_14 PM_Aktionsbündnis gegen Glas
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21.10.2008: Radikale Äußerungen zum Richtfest
Anlässlich des Richtfestes zum Neubau der Leipziger Universität am 21.10. versammelten sich vor der Baustelle auf dem Leipziger Augustusplatz eine große Anzahl interessierter Bürger. Jetzt zeigen radikale Kreise, die sich an die Spitze der Studentenschaft der Leipziger Universität offenbar manövriert hatten, ihr wahres Gesicht. Die Auseinandersetzungen um die Neugestaltung des Augustusplatzes werden benutzt, um den blanken Hass gegen Bürger, die sich (auch als Wissenschaftler) zum christlichen Glauben bekennen, als angebliches Gedankengut aller Studenten der Leipziger Universität zu propagieren. Logischerweise muss dieser Fanatismus gegen alles Kirchliche darin münden, dass die Beseitigung der Paulinerkirche im Jahre 1968 als eine Tat zugunsten der Wissenschaft begrüßt wird und ein Zustand an der Universität angestrebt wird, der jeden Bezug zur ehemaligen Paulinerkirche ausschließt.
2008_10_21 Radikalismus in Leipzig.pdf
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23.10.2008: Gesprächsbereitschaft des Paulinervereins der Universitätsleitung mitgeteilt
Nach der klaren Ansprache des Sächsischen Staatsministers der Finanzen, Professor Georg Unland anlässlich des Richtfestes, in der dieser am Ort der gesprengten Universitätskirche unmissverständlich darauf hinwies, dass "die Innenraumgestaltung eine Wertediskussion erfordere, die nicht allein die Universität selbst, sondern auch die Stadt und ihre Bürger zu führen hätten", gibt es seitens der Universitätsleitung offenbar weiterhin keine Gesprächsbereitschaft.
2008_10_23 Gesprächsbereitschaft vom Pau
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03.12.2008: Denkmalpflegerische Gesichtspunkte bei der Innenraumgestaltung des sogenannten "Paulinums"
Im Sinne der beabsichtigten Erinnerungsarchitektur wäre es falsch, den Chor als Gottesdienstraum und "Museum" vom Langhaus als "Aula" und "Konzertraum" durch eine Glaswand abzutrennen. Es käme vielmehr gerade darauf an, den gesamten Raum als einen historisch geprägten erlebbar zu machen. Dabei hat - das zeigen die Fotos aus der Zeit vor 1968 - die Kanzel eine entscheidende Rolle als Bindeglied zwischen dem Chor und dem Langhaus gespielt.
2008_12_03 Magirius.pdf
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11.12.2008: Anfrage an Universität zum Konzept der geborgenen Kunstwerke aus der Universitätskirche
Die Universität bietet der Öffentlichkeit keine Übersicht und kein Konzept, das die Gesamtheit der geborgenen
Kunstwerke aus der Universitätskirche umfasst. Das ist umso wichtiger, je weniger in den Neubau übernommen
wird. In den jetzigen Diskussionen ist ausschließlich nur die Rede von den Epitaphen. Zum Kunstbesitz der Uni
gehören aber auch die berühmten Statuen, Gemälde, das Kruzifix, das Grabmal des Dietrich von Wettin usw. usf.
2008_12_11 Wurlitzer-Anfrage zu Kunstwer
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Zum Jahreswechsel 2008: Brief an die Mitglieder und Freunde der Universitätskirche
Am 21. Oktober fand unter Ausschluss der Leipziger Bürgerschaft das Richtfest statt. Der sächsische Finanzminister, Professor Georg Unland, nahm die Bedenken auf und fand klare Worte für die Zukunft der Universität und ihrer Kirche: "Deutschland schaut auf diese Baustelle. [...] Diese Universität repräsentiert die Glaubensund Wissenschaftsfreiheit und vor allem auch die 1989 in Leipzig errungene politische Freiheit. Ich würde es mir also wünschen, wenn diese drei Freiheiten gemeinsam und nicht getrennt ihre Widerspiegelung in der Gestaltung des Innenraumes finden würden." Er mahnte, die Universität sei "kein Elfenbeinturm" und könne "nicht isoliert von der Gesellschaft" entscheiden.
2008_2009 Zum Jahreswechsel.pdf
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