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11.06.2021: Akademische Gedenkvesper in der Universitätskirche St. Pauli in memoriam Prof. Dr. theol. Ernst-Heinz Amberg  

„Wir können zum geplanten Abbruch der Universitätskirche nur unmissverständlich Nein sagen“ - zum ehrenden Gedenken an Prof. Dr. theol. Ernst-Heinz Amberg fand am 11. Juni 2021 um 18:30 Uhr eine Akademische Vesper in der Universitätskirche St. Pauli statt. Es sprachen Prof. em. Dr. Wolfgang Ratzmann und Prof. Dr. Rochus Leonhardt. Der Name Ernst-Heinz Amberg (11.6.1927–11.12.2020) ist untrennbar mit der Leipziger Universitätskirche St. Pauli verbunden. Als die Paulinerkirche 1968 gesprengt werden sollte, um einem gesichtslosen sozialistischen Mustercampus zu weichen, hat er als Dekan der Theologischen Fakultät im Senat als einziger die Zustimmung verweigert.

 

Professor Amberg wurde 1992 zum Ehrenmitglied des Paulinervereins ernannt. 

(s. auch Fotodokumentation)


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30.05.2021: Gottesdienst zum Gedenken an die Sprengung der Universitätskirche 1968Gottesdienst zum Gedenken an die Sprengung der Universitätskirche 1968
Das Vorstandsmitglied des Paulinervereins Helga Hassenrück, sagte als Zeitzeugin:
„Herr, ich bitte für alle, die heute noch leiden an der brutalen Gewalt vor 53 Jahren, einer Gewalt, die in unsere Lebenswege eingriff, die Aufbegehren strafte an uns und unseren Kindern, die zerstörte, was uns lieb und wert war. Ich bitte um deinen Geist, dass wir nicht mit zu großer Trauer und Verbitterung zurückblicken. Lass uns Wege und Worte finden verstehbar von dir zu reden in diesem neuen Haus am alten Ort und - das wünsche ich mir - auf der alten Kanzel. Lass uns Worte und Wege finden zu denen, die gerade heute wieder vor diesem Haus demonstrieren, dass sie das nur als Aula und nicht als Kirche akzeptieren. Herr, erbarme dich.“
Das Umfeld des Bronzemodells war 30 mal mit „Keine Kanzel in die Aula“ beschmiert worden. Nach dem Gottesdienst wischten Besucher das K weg. So prangte ca. 30 mal „Eine Kanzel in die Aula“ auf dem Augustusplatz bis hin in die Grimmaische Straße.
2021_05_30 Gedenkgottesdienst Bericht.pd
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31.03.2021: Ausarbeitung von Wolfgang Liebehenschel von den Lutheriden zu Dr. Paul Luther - mit Text des Epitaphs (das Grab befand sich bis zur Sprengung 1968 in der Paulinerkirche)
Wolfgang Liebehenschel erhielt durch Vermittlung des Paulinervereins von der Kustodie der Universität den bisher nicht bekannten Text des Epitaphs Paul Luthers:
"An diesem Ort begraben liegt die Leiche des frommen, hochgeachteten, hochgelehrten und tugendhaften Paul Luther, jenes berühmten Martin Luther Sohn, der die himmlische Lehre aus der Finsternis wieder ans Licht brachte, Doktor der Medizin und Leibarzt bei den durchlauchtigen Brüdern, Herzog zu Sachsen-Weimar und danach des Brandenburgischen Kurfürsten Joachim II und der beiden Kurfürsten August und Christian, ein standhafter Verfechter der Lehre, die sein Vater gegen alle Verfälschungen gereinigt hatte; Er hat sich verdient gemacht um jeden/jede; hat dieses jämmerliche Dasein aber in wahrem, festen Glauben an seinen einzigen Salvator Jesus Christus mit dem ewigen Leben vertauscht am 6. März im Jahre des Herrn 1593 , im 60. Lebensjahre. - Ihrem liebsten Vater ließen die trauernden Kinder dies Grabmal setzen"
2021_03_31 Liebenhenschels Ausarbeitung
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03.04.2021: Gründungsmitglied des Paulinervereins Joachim Busse verstorben
In tiefer Trauer geben wir zur Kenntnis, dass das Gründungsmitglied des Paulinervereins Gymnasiallehrer Joachim Busse aus Osterode am Harz, 11.04.1927 - 03.04.2021, verstorben ist. Bereits im Jahre 1991 hatte Joachim Busse, aus Leipzig stammend, die Idee des Wiederaufbaus der Universitätskirche St. Pauli - er war ihr geistiger Vater. Seine Vorschläge führten 1992 zur Gründung des Paulinervereins, Bürgerinitiative zum Wiederaufbau von Universitätskirche und Augusteum in Leipzig e.V. Mit wegweisenden Konzepten brachte er sich als Vorstandsmitglied ein – die Umgestaltung des Augustusplatzes sah er als eine Jahrhundertaufgabe an.
Traueranzeige Joachim Busse.pdf
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29.01.2021: „EINZIGE, GEWALTIGE INSPIRATION“ - Kanzel-Plädoyer von Professor Dr. Herbert Blomstedt
Die alte Kanzel, montiert an der Wand oder um eine Säule gewunden, ist wie eine Wurzel der Festigkeit. Sie erlaubt dem Prediger weite Gedankenausflüge und Experimente und lässt ihn doch zum Zentrum zurückkehren. Fantasie und Freiheit unter Verantwortung. Die alte Kanzel hat die ganze Geschichte Leipzigs gehört, und auch mitgestaltet. Sie kann es auch weiterhin mitgestalten, zum Segen der Studenten und Bürger der Stadt. Wenn wir sie nur wieder stellen wo sie hingehört. Sie ist eine einzige, gewaltige Inspiration.
„Wer das Alte nicht ehrt, ist des Neuen nicht wert“.
Playdoyer Herbert Blomstedt.pdf
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Dezember 2020: Ein Brief von Frieda Spitzbarth an Walter Ulbricht (im Volksmund „Spitzbart“ genannt) aus dem Jahr 1964 wurde dem Paulinerverein durch deren Enkelin übergeben
"Im Nachlass meiner 1964 verstorbenen Omi befanden sich 2 Dokumente, die ich bis heute aufbewahrt habe. Es handelt sich um den Durchschlag eines von ihr verfassten Briefes vom 28.01.1964, gerichtet an den Staatsrat der DDR Walter Ulbricht, in dem meine Omi eindringlichst darum bittet, die Paulinerkirche nicht abreißen zu lassen, entsprechende Gerüchte gab es zu dieser Zeit bereits. Das zweite Dokument ist die originale Antwort aus der Staatskanzlei vom 07.02.1964 mit dem Hinweis, dass 'städtebauliche Maßnahmen durch die örtlichen Staatsorgane geplant und durchgeführt werden' und ihr Schreiben deshalb zurück an den Rat der Stadt Leipzig gesandt wurde.
Beide Dokumente würde ich dem Paulinerverein sehr gerne schenken. Es wäre mir eine große Freude, wenn sie Ihnen zur Vervollständigung Ihrer Dokumentation von Nutzen sein könnten."
1964_01_28 Brief an Staatsrat und Antwor
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29.12.2020: "Wort halten!"-Plädoyer von Dr. Stötzner - Fünf Fragen an Beate A. Schücking
Es ist schwer nachvollziehbar, dass sich elf Senatoren der zweitältesten Universität Deutschlands - bei einer Stimmenthaltung - gegen die Rückführung und angemessene Aufstellung eines ihrer wertvollsten Kunstwerke aussprachen. Es gibt dafür keinen Grund, weder technisch noch finanziell noch ideologisch. Es ist der Schatz der Universität, der hier absichtlich im Depot liegen gelassen wird. Jede andere Universität würde sich glücklich schätzen und wäre stolz, ein solches Kunstwerk zu besitzen und würde es natürlich auch zeigen und benutzen. Ist den Senatoren im Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft das Geschichtsbewusstsein abhandengekommen?
2020_12_29 Fünf Fragen an Beate Schückin
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20. 12.2020: Medieninformation "Tochter von Professor Rabenschlag schenkt Schlüssel der gesprengten Paulinerkirche"
52 Jahre nach der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli übergab Frau Ursula Schneider dem Paulinerverein aus dem Nachlass Ihres Vaters als Schenkung ein Schlüsselbund mit allen Schlüsseln der Räume und Zugänge zum Albertinum und zur Universitätskirche St. Pauli. Professor Rabenschlag (1902 – 1973), Universitätsmusikdirektor, Gründer und langjähriger Leiter des Leipziger Universitätschors, hatte die Schlüssel nach der Sprengung der Kirche aufbewahrt.
Medieninformation Schlüssel Paulinerkirc
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Advent 2020: Flyer für Weihnachten und das Neue Jahr
Wir erwarten, dass Universität Leipzig, Landeskirche und Staatsregierung gemäß Harms-Kompromiss die Kanzelaufstellung verwirklichen. Bisher von der Universität genannte konservatorische Probleme, die gegen eine Kanzelaufstellung sprechen, können durch die für die Orgel notwendige Be- und Entfeuchtung gelöst werden – Vollklimatisierung wie im Altarbereich. Die Glaswand kann dann für immer geöffnet bleiben.
Die Paulinerkirche ist in die Mitte der Stadt zurückgekehrt – setzen wir alles daran, dass als Symboldes freien Wortes die Kanzel in die Mitte der Kirche zurückkehrt!
Flyer_Weihnachten_2020.pdf
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Die unbekannte Tote aus der Paulinerkirche

Professor Dirk Labudde, Fakultät Angewandte Computer und Biowissenschaften der Hochschule Mittweida, rekonstruierte mit seinem Team einen aus der Paulinerkirche geborgenen Schädel, der von von Wilfried Richard im September 2019 in der Hochschule Mittweida an Professor Labudde zur Schädelrekonstruktion übergeben wurde. Die Untersuchung ergab, dass der Schädel von einer Frau zwischen 40 und 60 Jahren stammt. Mit der Schädelrekonstruktion gab er der unbekannten Toten aus der Paulinerkirche ein Gesicht. Sie steht stellvertretend für die über 600 einst in der Kirche Begrabenen, deren Gebeine 1968 in einem unvorstellbaren Akt der Barbarei und Grabschändung in weiten Teilen vernichtet wurden. Die kostenlose Schädelrekonstruktion durch Professor Labudde und sein Team hat für den Paulinerverein eine hohe Bedeutung und wir sind ihm dazu zu Dank verpflichtet. Am 10.06.2020 fanden die Dreharbeiten für die Serie „MDR-Zeitreise“ zum rekonstruierten Schädel in der Geschäftsstelle des Paulinervereins und in der Paulinerkirche statt, an der der Finder des Schädels Günther Krimmling und der  Vorsitzende des Paulinervereins Wilfried Richard mitwirkten (s. Seite Fotos 2020). 

(Fotos: Hochschule Mittweida)