Veröffentlichungen 2008

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31.03.2008: Stellungnahme von Landesbischof Jochen Bohl aus Anlass des bevorstehenden 40. Jahrestags der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 30. Mai 2008
Den von der Universitätsleitung gewünschten Einbau einer Glaswand zwischen dem Kirchenschiff und dem Chorraum kann die Landeskirche jedoch nicht mittragen. Auf der Sachebene darf ich darauf verweisen, dass sie die Raumakustik insbesondere in Bezug auf die Orgel beträchtlich verschlechtern und kaum beherrschbare Probleme aufwerfen würde. Zudem ist ein differenziertes Klimaregime zwischen den (dann getrennten) Gebäudeteilen mit Blick auf die Epitaphien nach den in anderen sächsischen Kirchen vielfach gemachten Erfahrungen nicht nur nicht erforderlich, sondern würde weitere Erschwerungen für die verschiedenen Nutzungen nach sich ziehen. Auch bedeutete der Einbau in Bezug auf die vorgesehenen Universitätsgottesdienste und Konzerte im gesamten Raumkörper eine erhebliche Minderung der Funktionalität.
2008_03 31 Bohl StatementUnikirche.pdf
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30.05.2008: Predigt von Bischof Jochen Bohl im Gedenkgottesdienst in der St. Nikolaikirche in Leipzig anlässlich des des 40. Jahrestages der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli zu Leipzig
Seit den Ereignissen des Herbst 89 sind wiederum lange Jahre vergangen, und in einer eigenständigen, ganz der Moderne verpflichteten Architektursprache wird am Augustusplatz ein Bau errichtet, der doch die gotische Bautradition aufnimmt und die Besucherinnen und Besucher, wie sein Architekt zu Recht sagt, keinen Moment im Zweifel lassen wird, eine Kirche betreten zu haben. Wir verstehen den Neubau der Universitätskirche als ein Zeichen des Lebens und der Treue Gottes. Zuversichtlich sehen wir auf das nächste Jahr, in dem wir sie, so Gott will, weihen werden.
2008_05_30_predigt_landesbischof_bohl_ge
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30.05.2008: Gedenkgottesdienst in der Thomaskirche zur Erinnerung an die Sprengung der Leipziger Universitätskirche
Ist es eigentlich ein Zufall, dass sich die deutsche Bildungselite in der Nazizeit willenlos und in ihrer Mehrheit dem verbrecherischen Hitler-System an die Brust geworfen hat? Ist es ein Zufall, dass die Leipziger Universität dann eine der rötesten in der DDR-Zeit war und 1968 - mit der einen löblichen Ausnahme des Dekans der Theologischen Fakultät, Prof. Amberg, der Sprengung ausdrücklich zugestimmt hat. Ist es ein Zufall, dass der Aufbruch zur Demokratie 1989 an der Universität Leipzig im wahrsten Sinne des Wortes vorbeigegangen ist?
2008_05_30 Zur Erinnerung an die Sprengu
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2008: Freier Geist statt Angst vor der Kirche - Polemik von Pfarrer Wolff
Die Universität baut eine Aula und keine Kirche« – dieser Satz, vom Kanzler der Universität Leipzig, Frank Nolden hat auch diejenigen alarmiert, die nicht für den Wiederaufbau der 1968 zerstörten Universitätskirche Sankt Pauli eingetreten sind. Polemisch kann die Frage noch zugespitzt werden: Reduziert sich der Unterschied der Universität Leipzig 1968 zu 2008 darauf, dass es damals eine Universitätskirche nicht mehr geben durfte, während man sie heute nicht mehr haben will? Warum also hat die Universität Leipzig heute so viel »Angst vor der Kirche«. Warum plädiert die Universitätsleitung nicht gleich für die Auflösung der Theologischen Fakultät und die Abschaffung der Einrichtung des Universitätspredigers, des Universitätsorganisten und des Universitätsmusikdirektors?
2008 Freier Geist statt Angst vor der Ki
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10.09.2008 Pfarrer Wolff: Leipziger Universität sträubt sich gegen Kirche und kritischen Geist
Anstatt sich hinter eine Glaswand zurückzuziehen, sollte die Universität stolz darauf sein, eine Identität stiftende Denk- und Glaubenswerkstatt zur Verfügung zu haben. Sie sollte zeigen, worauf wir in der Bildung nicht verzichten können: die letzte Verantwortung vor Gott in der Offenheit des wissenschaftlichen Diskurses.
2008_10_09 Wolff Wie sich Leipziger Univ
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06.10.2008: Erklärung des Leipziger Pfarrertages zur Universitätskirche St. Pauli
Der Pfarrertag tritt dafür ein, dass die neue Universitätskirche auch in Zukunft als ungeteilter Raum so genutzt wird, wie das in ihrer Geschichte üblich war: gottesdienstlich, akademisch und musikalisch. Nur so kann sie wieder zum Ort und Symbol werden für das freie Wort und den fruchtbaren Diskurs von Wissenschaft, Kunst und Religion.
Der Pfarrertag bittet den Landesbischof, in seinen Gesprächen mit der Landesregierung, der Stadt Leipzig und der Universität Leipzig diese Erwartungen mit Nachdruck vorzutragen.
Der Pfarretag erwartet, dass das Rektoratskollegium der Universität Leipzig seine Position in diesen Fragen überprüft.
2008_10_06 Pfarrertag.pdf
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10.10.2008: Thesenpapier von Thomaskirchenkirchenpfarrer Christian Wolff anlässlich des Reformationstages
Die Universitätskirche wurde 1968 bewusst gesprengt, um einen Ort des freien Wortes, der kritischen Auseinandersetzung, der geistlichen Zurüstung zu beseitigen. Ein solcher Ort steht auch heute dem Wissenschaftsbetrieb gut zu Gesicht. Die Trennung von Kirche und Staat, geregelt im Grundgesetz, bedeutet nicht, dass es nicht Orte geben kann, an denen Glaube und Vernunft in einen kritischen Dialog treten. Darum treten wir ein für die Nutzung der Universitätskirche, wie sie seit der Reformation üblich war: gottesdienstlich, akademisch, musikalisch.
2008_10_10 Wolff_Thesen.pdf
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15.10.2008: Pfarrer Wolff zur Resolution von Mitgliedern des Senates der Universität
Nun also ist die Katze aus dem Sack: die Universität Leipzig baut keine Kirche, sondern eine Aula. So hat es der Senat am Dienstag beschlossen – die eigenen ntscheidungen der Vorjahre missachtend. Damit kippt die Universität pünktlich zu ihrem Jubiläum auch die ihr unangenehme Tatsache in den Orkus der Geschichte, dass diese Universitätskirche ihre Kirche ist. Konsequenterweise knallt man den sog. Andachtsraum voll mit Epitaphen – die letzte große Gemeinheit, um aus dem sog. Andachtsraum eine Grabeskirche zu machen.
2008_10_15 Katze aus dem Sack.pdf
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Dezember 2008: Rundbrief von Pfarrer Wolff zu Weihnachten und zum Jahreswechsel 2008/2009
„Schon Mitte Januar nahm mich die Auseinandersetzung um die neue Universitätskirche St. Pauli voll in Beschlag. Anlässlich einer Podiumsdiskussion im Zeitgeschichtlichen Forum über die Dimension der Sprengung der Universitätskirche und ihrer Folgen kam es zu einer heftigen Kontroverse zwischen dem Rektor der Universität Leipzig, Franz Häuser, und mir [Chr. Wolff]. Diese entzündete sich vor allem daran, dass die Universität Leipzig versucht, sich buchhalterisch von ihrer eigenen Geschichte abzukoppeln. Das kommt nicht nur in ihrem Vorhaben zum Ausdruck: „wir bauen eine Aula und keine Kirche“, sondern auch in der Rede vom „Sühnebau“ (so der Kunsthistoriker Frank Zöllner) – als ob es eine Strafe ist, dass auf dem Campus die neue Universitätskirche errichtet wird.
2008_12 Rundbrief zu Weihnachten und zum
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